Makramee oder Knüpfen
Obwohl dieser Stil oft mit den 70er Jahren und dem Hippie-Stil in Verbindung gebracht wird, ist seine Geschichte viel älter. Die Knüpftechnik tauchte wahrscheinlich erstmals im alten Babylon und Ägypten auf, wo Knoten zur Herstellung von dekorativen Rändern an Kleidung oder Vorhängen verwendet wurden. Textilhandwerker nutzten das Knüpfen zur ästhetischen Verzierung von Stoffen und zur Sicherung der Festigkeit der Ränder.
Arabischer Einfluss und weltweite Verbreitung
Das Wort „Makramee“ stammt vom arabischen "migramah" ab, was „Zierbesatz“ oder „Fransen“ bedeutet. Arabische Weber verwendeten diese Technik, um wunderschöne Muster auf Kleidung und Heimtextilien zu schaffen. Durch Handelsreisen verbreitete sich Makramee nach Europa, insbesondere nach Spanien und Italien, wo es unter den wohlhabenden Schichten als luxuriöses Dekorationshandwerk populär wurde.
Makramee im 19. und 20. Jahrhundert
Im 19. Jahrhundert wurde Makramee zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung unter britischen Seeleuten, die es zur Herstellung von Zierseilen und Netzen verwendeten. Von ihnen gelangte die Technik in die Haushalte in ganz Europa, und es entstanden erste dekorative Gegenstände – Tischdecken, Vorhänge und Wandtaschen.

Im 20. Jahrhundert, insbesondere in den 70er Jahren, erlebte Makramee seine zweite „goldene Ära“. Die Hippie-Kultur entdeckte es als Symbol eines freien, kreativen Lebensstils. Hängende Blumentöpfe, Wanddekorationen und Accessoires aus Knoten wurden zur Ikone dieser Zeit.
Warum hat Makramee Jahrhunderte überdauert?
Makramee ist nicht nur ästhetisch – es ist auch eine entspannende und meditative Tätigkeit. Jeder Knoten erfordert Geduld und Präzision, was ein Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit vermittelt. Die Kombination aus einfachen Techniken und unendlichen Mustermöglichkeiten macht es zu einer universellen Kunst, die Handwerker und Designer auf der ganzen Welt anzieht.

Und wie wird Makramee heute verwendet?
Makramee ist längst nicht mehr nur auf hängende Blumentöpfe beschränkt. Heute findet man es in vielen Formen:
- Wanddekorationen und Wandteppiche
- Blumenampeln
- Handtaschen und Modeaccessoires
- Schmuck (Armbänder, Halsketten)
- Dekorationen für Hochzeiten und Feiern
- Wohnaccessoires wie Kissen oder Vorhänge
Dank seiner Vielseitigkeit findet jeder das Passende – von einfachen Projekten bis hin zu komplexeren Designstücken.

